Ausflugstipp im Norden: Das Stadtdenkmal Glückstadt

Ein Gastartikel von Deutschlandreisen 360°

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Der historische Marktplatz in Glückstadt während der Glückstadter Matjes-Wochen. Links das Rasthaus, rechts die Stadtkirche. (Foto: Patrick Bröcker)

Glückstadt im Kreis Steinburg (südliches Schleswig Holstein) ist in vielerlei Hinsicht eine interessante Stadt und ein lohnendes Ausflugsziel. Überregionale Bekanntheit hat die Kleinstadt mit ihren nur knapp 11.500 Einwohnern vor allem durch die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen, die vielen Nordfriesland- und Dänemark-Urlaubern ein Begriff sein dürfte, und durch die alljährlichen Matjes-Wochen im Juni. Doch Glückstadt bietet noch viel mehr als Fährverbindung über die Elbe und Matjes (in Salzlake eingelegte und gereifte junge Heringe).

Schon die Geschichte der Stadt ist bemerkenswert, denn Glückstadt ist die einzige Stadt Schleswig-Holsteins, die von einem König gegründet wurde. Sie ist nicht „gewachsen“ sondern nach dem Vorbild italienischer Renaissance-Städte auf dem Reißbrett entworfen worden. Noch heute kann man aus der Luft oder auf dem Stadtplan gut erkennen, dass Glückstadt in seinem historischen Zentrum eine polygonal Radialstadt ist – das heißt, mehrere Straßen verlaufen strahlenförmig („radial“) vom historischen Marktplatz zu den ehemaligen Wallanlagen, so dass viele Ecken („polygon“) entstehen. Da diese Struktur auch heute noch vorhanden und gut zu erkennen ist, trägt Glückstadt den Titel Stadtdenkmal.

Als der Dänenkönig Christian IV., der seinerzeit auch Herzog von Schleswig und Holstein war, 1617 den Grundstein für Glückstadt legen ließ, soll er gesagt haben: „Dat schall glücken, dat mut glücken und dann schall se ok Glückstadt heten.“ (Hochdeutsch: „Das soll glücken, das muss glücken und dann soll sie auch Glückstadt heißen.“) Außerdem gab Christian IV. der Stadt auch die Glücksgöttin Fortuna als Stadtwappen.

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Im historischen Salzspeicher im Glückstädter Binnenhafen befindet sich auch das Atelier Artequarium. (Foto: Patrick Bröcker)

Heute hat Glückstadt für seine Größe eine ausgeprägte Kulturszene, die sich in mehreren Galerien, und offenen Ateliers wie zum Beispiel dem Artequarium und den Provianthaus-Ateliers widerspiegelt. Jedes Jahr im März gibt es den Kulturmärz und die Kulturnacht im September, die überregional Kulturinteressierte nach Glückstadt locken. Kulinarisch steht – besonders in den Restaurants rund um den historischen Marktplatz – der Matjes in allen möglichen Variationen im Vordergrund, denn die Matjesproduktion hat in Glückstadt lange Tradition. Natürlich finden aber auch Gäste, die keinen Fisch mögen, genügend Alternativen auf den Speisekarten …

Glückstadt zählt noch zur Metropolregion Hamburg. Und so können wir auch allen Hamburg Urlaubern, die etwas länger in der Hansestadt sind, uneingeschränkt einen Tagesausflug nach Glückstadt empfehlen. Mit der Regionalbahn oder der Nord-Ostsee-Bahn ist man von Hamburg Altona aus in 30 bis 40 Minuten in Glückstadt (die Züge fahren mindestens stündlich). Wer mit dem Auto unterwegs ist, erreicht Glückstadt aus Richtung Hamburg über die A23 oder aus Niedersachsen kommend über die Elbfähre. Gerade im Sommer ist an fast jedem Wochenende ein größere Veranstaltung in Glückstadt. Ein Blick in den Veranstaltungskalender der Touristinformation Glückstadt lohnt sich.

 

 

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