Weihnachtsmärkte – Orte von Gemeinschaft und Besinnlichkeit

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(c) Lucia Weihnachtsmarkt – Pressefoto (Fotograf: Jochen Loch)

Heute beginnt sie wieder, die Zeit der Weihnachtsmärkte, der Adventsmärkte und natürlich auch der Christkindlmärkte. Diese Zeit steht vor allem für Besinnlichkeit, Gemeinschaft, Liebe und Zusammenhalt – für Wärme. So verhält sich doch die zwischenmenschliche Temperatur antiproportional zur Temperatur des Wetters. Man denkt häufiger an die anderen, beschäftigt sich bereits mit Weihnachtsgeschenken, backt gemeinsam Plätzchen oder verbringt einen gemütlichen Nachmittag vorm heimischen Kamin. Doch das sinnbildliche Zusammenrücken der Menschen hat seinen Grund und sicherte schon vor Jahrtausenden das Überleben, als man noch tatsächlich näher beisammen rückte, um die Körperwärme des anderen zu erfahren – wie bei Mutter und Kind. Und genau diese Eigenschaften versuchen die Weihnachtsmärkte der Vorweihnachtszeit einzufangen, um die Menschen wieder ein wenig mehr auf sich zuzuführen, raus aus dem hektischen Alltag.

Doch die Märkte haben ihren Ursprung in einer ganz anderen Begebenheit. Noch vor einigen hundert Jahren, bedeutete der einbrechende Winter Engpässe in der Belieferung mit Nahrungs- und Gebrauchsmitteln. Entsprechende Jahresabschlussmärkte ermöglichten es den Leuten noch einmal ihre Vorräte aufzufüllen und sich winterfest einzudecken. Mit der Zeit kam es dann dazu, dass auch Produzenten und Händler von Tand, Trödel und Spielwaren auf den Märkten einfuhren. Da viele Leute noch kurzfristige Weihnachtsgeschenke für den heiligen Abend suchten, kamen ihnen diese Händler gerade recht. Später kamen dann auch Korbflächter, Kastanienröster und Wirte hinzu, so dass sich daraus die heute bekannten Weihnachtsmärkte entwickeln konnten. Man möchte den Märkten von heute ein reines Konsum- und Profitdenken unterstellen – und dies trifft sicher auch auf Etliche zu. Besonders auf den ausgeprägten Weihnachtsmärkten der größeren Städte, die bisweilen einen ganzen Monat und mehr abgehalten werden, haben sich horrende Preise für einfache Waren entwickelt – doch wie heißt es so schön: die Nachfrage bestimmt das Angebot und letztlich auch den Preis. Doch nicht jeder muss sich an der Preispolitik beteiligen. Ein einfaches Schlendern und Gucken, Tratschen und sich auf Weihnachten mit den Kindern freuen ist ein wichtiger Anteil, den die Menschen auf die Weihnachtsmärkte mitbringen. Gedanken und Emotionen die zu dieser Gemeinschaft und Besinnlichkeit zutragen und die Märkte zu dem machen, was sie heute sind.

Und wenn gleich die Weihnachts- Advents- und Christkindlmärkte in den großen Städten pompös, atemberaubend und sicher auch wunderschön sind, so sind es oft die Kleinmärkte in den Kleinstädten, auf dem Lande, die das eigentliche Gefühl viel besser einfangen können. Wenn der Weihnachtsmann, das Christkind oder Sankt Nikolaus über den Markt stapft und einem jedem Kind einen Schokoweihnachtsmann in die Hand drückt und fragt, ob es denn artig gewesen (und das ohne dafür 2€ von den Eltern zu verlangen), dann erinnern wir uns gern zurück an unsere eigene Kindheit. Eine Weihnachtszeit voller Vorfreunden, eine Weihnachtszeit in der Sorgen nebensächlich waren und eine Weihnachtszeit der Besinnlichkeit.

Weihnachtsmärkte gibt es in so gut wie jeder Stadt Deutschlands und sie gehören heute zur vorweihnachtlichen Zeit und sind kaum noch wegzudenken. Sie sind schön und sie helfen uns wieder zur Ruhe zu kommen. Sie helfen uns, uns darauf einzustellen, dass sich das Jahr zum Ende neigt. Und vielleicht helfen sie uns sogar, ein wenig wieder zu uns selbst zu finden.

 

 

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